Haftung des Züchters

Gewährleistung in der Hundezucht

Die Rechtslage
Der Züchter haftet 2 Jahre nach dem Verkaufsdatum für "die Ware Hund". Sollte in diesen ersten 2 Jahren ein Mangel auftreten (dazu gehören auch einige Krankheiten) ist der Züchter dafür verantwortlich. Allerdings nur, wenn dieser Mangel bereits bei der Übergabe vorhanden gewesen sein muss. Innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Verkauf liegt zudem die Beweislast beim Züchter, der beweisen müsste, dass der entsprechende Mangel zum Zeitpunkt der Übergabe nicht vorlag. Nach den 6 Monaten muss der Käufer dem Züchter beweisen, dass ein Mangel schon beim Verkauf vorlag.

Was heißt das für den Welpenkäufer ?
Haben Sie einen Welpen aus erbärmlichen Zuständen gekauft, weil er einfach sooo süß war, weil er in einem Pappkarton saß und Sie ihn retten wollten, ganz häufig auch: Sie wollen einen Rassehund, aber bitte billig - dann haben Sie rein emotional "selbst Schuld". Einen Hund kauft man nicht mal so nebenbei und schon gar nicht als Sparanlage. Es ist ein Lebewesen, Sie sollten sich vorher informieren und dann Ihren Welpen finden, das ist Ihre Verantwortung.
Hier könnten Sie mit Gewährleistung aufwarten, da diejenigen Mängel vom Züchter wissend oder billigend in Kauf genommen wurden.
Doch gerade bei diesen "Züchtern" werden Sie kaum Erfolge haben.
Diese Leute machen meist keine Kaufverträge, erklären, dass dies nur ein einziger Wurf sei usw.

Wie ist es bei den gewissenhaften Züchtern?
Sie haben sich genauestens informiert, wissen, welche Rasse Sie sich vorstellen könnten, haben sich über die rassespezifischen Schwachstellen informiert und eine Wahl Ihres Züchters getroffen.
Trotz sorgfältiger Zuchtauslese ist die Hundezucht immer ein wenig "russisches Roulette". Das bedeutet, dass selbst der gewissenhafteste Züchter von der Natur einen genetischen Defekt präsentiert bekommen kann.

Allerdings wird ein gewissenhafter Züchter vor Zuchtbeginn alle Untersuchungen vorweisen können, die belegen, dass er gesunde Elterntiere verpaart hat.
Nicht jeder Zuchtverband schreibt Untersuchungen vor, und einige Rassen wie z. B. Zwergpinscher und Affenpinscher haben keine gesundheitlichen Untersuchungsverpflichtungen.
Aber wie gesagt, ein gewissenhafter Züchter benötigt keine Aufforderung von Verbänden, um eine gesunde Zucht zu praktizieren, er macht es!

Diese Züchter, die daran arbeiten, einige genetische Variablen zu vermeiden, werden vor einer Gewährleistung keinen Schrecken haben.
Allerdings Züchter, die sich hinter einem Verband verstecken und sonst nichts unternommen haben, werden ein Problem bekommen können.

Fazit:
Die Verantwortung liegt in der Hauptsache beim Welpenkäufer. Er ist in der Verantwortung seinem zukünftigen Hund gegenüber.
Was kann der verantwortungsbewußte Welpenäufer vorab tun?!

Es gibt einige Möglichkeiten; die größte Möglichkeit ist hier wohl das Internet, doch es gibt auch Bücher und Filme.
Der Direktkontakt mit einigen Züchtern ist sicher die beste Informationsgrundlage, um sich einen eigenen Eindruck zu erarbeiten.


Informationen über die Rasse einholen,
sich einen Überblick verschaffen, welche rassespezifischen Erkrankungen es bei der gewählten Rasse gibt,
verschiedene Züchter besuchen und befragen,
abklären, ob der Züchter auch nach der Abgabe für seine Hundefamilien als Ansprechpartner verfügbar ist,
sich immer alle Untersuchungsunterlagen der Elterntiere zeigen lassen,
sich die Wurfanträge vorlegen lassen,
auf einen ordentlichen Kaufvertrag achten.

Gerichtsurteil Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts hat ein Züchter nicht schlechthin für eventuelle genetische Fehler eines Hundes einzustehen. Ein Züchter, der eine Garantie für eine bestimmte Entwicklung des Tieres nicht übernommen hat, hat dessen anlagebedingte Fehlentwicklung zu vertreten, wenn er - abgesehen von der im vorliegenden Fall von vornherein ausscheidenden Schuldform des Vorsatzes - für die genetischen Ursachen der Fehlentwicklung deshalb die Verantwortung zu tragen hat, weil er bei der Zucht die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen und dadurch fahrlässig gehandelt hat (§ 276 Abs. 2 BGB).

Hier das Gerichtsurteil


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