Und welchen Vorteil hat das

Was bringt das mir als Züchter?

Nachdem ich mich als Züchter nun wirklich ausgiebig mit dem Thema auseinander gesetzt habe , einige meiner Lieblingsgenetiker angeschrieben habe, möchte ich euch einige Informationen zu diesem Thema zukommen lassen.
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Zitat Prof.Dr.med.vet. Irene Sommerfeld-Stur

DLA-Gene sind seit einiger Zeit sehr ins Zentrum des Interesses gerückt und es gibt schon eine Reihe von Studien, die in verschiedenen Rassen Assoziationen zwischen bestimmten DLA-Haplotypen und Autoimmunerkrankungen gezeigt haben. Außerdem konnte ebenfalls gezeigt werden, dass in vielen Rassen die genetische Varianz im Bereich der DLA-Gene bereits ganz massiv eingeschränkt ist. Die DLA-Gene zeigen innerhalb der Tierart Hund eine sehr große Varianz. So sind z.B. beim Hund in der polymorphsten Gruppe, den DLA-II-Genen fast 200 verschiedene Genvarianten bekannt. Bei einzelnen Rassen ist diese Zahl bereits auf unter 20 gesunken. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass von verschiedenen Tierarten bekannt ist, dass bei der Partnerwahl solche Partner bevorzugt werden, die im Bereich des MHC (das ist die Übergruppe der Immungene) möglichst unterschiedlich sind, so dass bei den Nachkommen eine hohe Heterozygotie im Bereich dieser Gene zu erwarten ist.Und genau dieser Effekt könnte durch das DLA-Projekt erreicht werden. Da Hunde ja keine freie Partnerwahl haben, könnte man mit der Berücksichtigung der DLA-Haplotypen einen ähnlichen Effekt erreichen.Das ist nun natürlich kein Patentrezept und wenn man sich darauf einlässt, darf man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Denn natürlich hängt der Effekt auch davon ab, wieviele und welche DLA-Haplotypen in der Rasse überhaupt noch vorhanden sind. Denn wenn in diesem Bereich kaum mehr Variation da ist, werden auch gezielte Anpaarungen nicht sehr viel bringen. Es wäre also sinnvoll in einem ersten Schritt mal zu schauen wie es in der Rasse mit der Vielfalt im Bereich der DLA-Gene aussieht und auch zu schauen ob es Assoziationen mit immunologischen Erkrankungen gibt. Dazu wäre es natürlich gut, wenn möglichst viele Hunde untersucht werden und von diesen Hunden auch Gesundheitsdaten zur Verfügung gestellt werden.Soweit mal ein paar Überlegungen zu diesem ja sehr komplexen Thema.
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Das Thema ist für einen Laien sehr umfangreich, doch ein wenig sollte ein Züchter sich auch mit Genetik auskennen.
Wir haben unsere Hund durch jahrzehntelange Lienienzucht/Inzucht auf einen minimierten Genpol heruntergezüchtet.
Das bedeutet, dass das Risiko für genetische Krankheiten deutlich steigt - je weniger Genpole vorhanden sind.
Weiß ich nun, welche Genpole bei meiner Hunderasse vorhanden sind und suche Partner aus, die andere Genpole besitzen - würde ich den Genpol erweitern.
Nehme ich Zuchttiere, die viele Parallelen in den Genpolen haben, spiele ich russisches Roulette mit der Gesundheit unserer Hunde.

Das würde bedeuten WENN - alle/viele Hunde einer Rasse so ein Profil erstellen lassen würden, könnte man auf lange Sicht viele bestehenden und auch beginnende Defekte auffangen.

Das heißt für mich als Züchter, mit mehreren Würfen im Jahr, dass ich im Laufe der Zeit noch genauer auf die Gesundheit meiner Hunde zuarbeiten kann und den Genpol meiner Rasse erweitere.

Somit macht das für mich Sinn und ich bin dabei.


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