Verborgene rezessive Vererbung

Beispiel für rezessive, "verborgene" Vererbung

Beispiel für eine weitere rezessive, "verborgene" Vererbung:
Ein bei Züchtern bekanntes Beispiel für eine einfach rezessive Vererbung eines Krankheitsgens ist die Erblindung eines Hundes an LL (Linsenluxation) oder PRA (Progressive Retina Atrophie).

(Erklärung: Beide Augenkrankheiten kommen bei verschiedenen Hunderassen unabhängig von einander unterschiedlich häufig vor. Die Hunde, die auf beiden Allelen das krankmachende Gen tragen, erblinden - aber meist erst in fortgeschrittenem Alter, was die Registrierung der Genträger - die Eltern und evtl. vorhandene Kinder eines erblindeten Hundes - besonders schwer und die Bekämpfung der Krankheiten langwierig macht.
Beide Eltern eines erkrankten Hundes können selbst äußerlich völlig gesund sein, aber müssen trotzdem Genträger für die entsprechende Augenkrankheit sein. Die Krankheit tritt bei ihnen nicht auf, weil hier das Gen heterozygot vorliegt, symbolisch "Aa", und es sich rezessiv vererbt. Nur bei dem blinden Nachkommen liegt das Krankheitsgen homozygot vor, also "aa".

Die beiden allelen Gene, die eine Eigenschaft bestimmen, werden bei der Bildung der Geschlechtszellen getrennt und nur eins der beiden weitergegeben. Es besteht jedes Mal eine Wahrscheinlichkeit von 50%, wenn ein Zuchthund Träger eines rezessiven Gens ist, dass er es an eines seiner Kinder weitergibt. Von einer Generation zur nächsten halbiert sich diese Wahrscheinlichkeit. Wenn z. B. in der Ahnentafel eines Hundes in der 3. Generation väterlicherseits ein Genträger bekannt ist, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 12,5 %, dass der Hund selbst ebenfalls Träger ist - vorausgesetzt, man weiß nichts über die Hunde dazwischen, das diese zusätzlich "belasten" würde. Jeder einzelne Genträger, der unabhängig von anderen in einer Ahnentafel zu finden ist, erhöht das Risiko entsprechend. Wenn aber mütterlicherseits, z. B. ebenfalls in der 3. Generation, ein weiterer Genträger bekannt ist, verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund selbst auch Träger ist, auf 25 %! Mehrere Genträger in einer Ahnentafel verstreut wirken wie Inzucht auf ein bestimmtes Gen, sie summieren sich zu einer immer höheren Gesamtwahrscheinlichkeit, dass ein Hund selbst Träger wird, je nachdem, wie viele Generationen dazwischen liegen. Weitere Genträger, die aber noch hinter einem bekannten Träger stehen, kann man natürlich nicht noch einmal dazuzählen! Weitere detaillierte Information dazu gibt es hier auf der Seite über die Berechnung des Inzuchtgrades.

Was noch hinzukommt bei mehreren Genträgern, die über die ganze Ahnentafel verteilt sind, ist die theoretische Möglichkeit, dass beide Eltern des Hundes Träger sein könnten und dass dann unter Umständen der Hund sogar erblinden könnte. Diese Gefahr besteht nicht, wenn nur auf einer Seite der Ahnentafel Träger sind, dann hat der Züchter des Hundes in weiser Voraussicht den richtigen Rüden zu seiner vorbelasteten Hündin genommen und dafür gesorgt, dass kein Ernstfall eintreten kann. Das gilt natürlich nur für den Fall, dass es keine böse Überraschung gibt und in der Ahnentafel des Rüden ebenfalls ein "neuer" Genträger bekannt würde. Das würde wieder alles ändern.

Nur durch gute Zuchtstrategie, Langzeitstudien und Untersuchung möglichst vieler Tiere können diese Krankheiten weiter eingeschränkt werden. Hieran können wir erkennen, warum Inzucht gefährlich werden kann. Wenn jemand in Betracht zieht, auf Linie zu züchten, darf er das aus eben diesem Grund nur mit genauer Kenntnis sämtlicher näheren Verwandten eines Hundes tun.


Dominante und rezessive Vererbung:


Beauceron

Dominante und rezessive Vererbung:
Die unterschiedlichen Gene, die ein Merkmal bestimmen, liegen in einer Art Wettstreit, welches von ihnen die Erscheinung des Hundes bestimmen darf und welches nicht. Dominante Gene sind die, die sich immer durchsetzen, unabhängig welchen Partner sie haben (leicht zu merken...); rezessive Gene sind die, die im verborgenen schlummern und sich erst zu erkennen geben, wenn kein über sie dominantes Gen ihr Partner ist! Ein reinerbig schokoladenbrauner Hund (bb) ist auch schokoladenbraun. Ein gemischterbig schwarz / schokoladenbrauner Hund (Bb) ist: schwarz! Schwarz ist dominant über braun. Und ein reinerbig schwarzer Hund (BB) ist ebenfalls rein schwarz. Bei der zweiten Mendelschen Regel, der Spaltungsregel , kommen nur zwei unterschiedliche Gruppen von Kindern heraus: schwarze und braune. Die schwarzen sind normalerweise in der Überzahl. Aber welche von ihnen reinerbig sind und welche nicht, weiß man nicht.

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